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Rentenlücke schließen: Bedarf, Kaufkraft und Sparrate berechnen

Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen geplantem verfügbaren Einkommen und erwarteten Netto-Alterseinkünften. Inflation und Bezugsdauer machen aus der Monatslücke einen Kapitalbedarf.

Aktualisiert am 13. September 2026 · 8 Minuten Lesezeit

Was gilt in Kürze?

Starten Sie mit dem gewünschten monatlichen Bedarf in heutiger Kaufkraft. Ziehen Sie erwartete gesetzliche Netto-Rente, Betriebsrente und sichere weitere Einkünfte ab. Der Rentenlücken-Rechner wandelt die Differenz in Kapitalbedarf und Sparrate um.

Eine Lücke von 500 Euro ist nicht einfach 500 Euro mal zwölf mal Lebensjahre. Inflation, Rendite während Anspar- und Entnahmephase, Steuern, Kosten und ein Sicherheitspuffer verändern den Betrag.

Die wichtigsten Punkte

  • Netto-Bedarf und Netto-Rente müssen in derselben Kaufkraft stehen.
  • Rentenbeginn bestimmt Ansparzeit und mögliche Abschläge.
  • Kapitalbedarf hängt von Entnahmedauer und Rendite ab.
  • Kosten und Steuern senken die verfügbare Rendite.
  • Mehrere Szenarien sind aussagekräftiger als ein Prognosewert.

Wie wird aus einer Monatslücke ein Kapitalbedarf?

Zuerst werden heutige Ausgaben um wegfallende und neue Positionen bereinigt. Arbeitsweg kann entfallen, während Gesundheit, Wohnen oder Hilfe teurer werden. Eine pauschale Quote des letzten Bruttolohns ersetzt dieses Budget nicht.

Danach werden gesetzliche Rente, Betriebsrente und andere verlässliche Einkünfte auf Netto und denselben Preisstand gebracht. Die Differenz wird über die geplante Entnahmedauer modelliert.

Soll das Kapital nicht vollständig verbraucht werden, braucht das Modell eine niedrigere Entnahme. Soll es zu einem Zielalter aufgebraucht sein, müssen Rendite und Unsicherheit während der Entnahme berücksichtigt werden.

Beispiel: 500 Euro monatliche Lücke in heutiger Kaufkraft

Eine Person plant 2.500 Euro verfügbares Einkommen und erwartet 2.000 Euro sichere Netto-Alterseinkünfte. Die heutige Lücke beträgt 500 Euro im Monat beziehungsweise 6.000 Euro im ersten Jahr.

Bis zum Rentenbeginn steigt der nominal benötigte Betrag mit der angenommenen Inflation. Gleichzeitig kann angespartes Kapital Rendite erzielen. Rechnen Sie beide Größen konsistent als nominale oder reale Werte.

Bei 20 Jahren bis zum Beginn kann eine höhere Sparrate einen schwachen Renditeverlauf ausgleichen. Der ETF-Sparplan-Rechner eignet sich für ein separates Marktszenario, nicht als Garantie.

Welche Stellschrauben sind realistisch?

Sie können Sparrate, Rentenbeginn, Teilzeitarbeit, Wohnkosten und Zielbedarf variieren. Ein späterer Beginn kann zusätzliche Punkte bringen und Abschläge vermeiden, ist gesundheitlich aber nicht immer planbar.

Diversifizieren Sie die Annahmen. Eine garantierte Leistung und eine schwankende Kapitalanlage sollten nicht mit derselben Sicherheit bewertet werden. Halten Sie außerdem eine Liquiditätsreserve außerhalb langfristiger Anlagen.

Welche Fehler verfälschen das Ergebnis?

Nominale Rentenprognosen werden häufig mit heutigen Ausgaben verglichen. Ohne Inflationsangleichung ist die Lücke verzerrt.

Ein einziger gleichmäßiger Renditesatz verschleiert Schwankungen und Kosten. Rechnen Sie vorsichtige Alternativen und einen ungünstigen Beginn der Entnahme.

Wie gehen Sie jetzt vor?

  1. Erstellen Sie ein Ruhestandsbudget in heutiger Kaufkraft.
  2. Ermitteln Sie gesetzliche und betriebliche Netto-Leistungen.
  3. Berechnen Sie Lücke, Kapitalbedarf und Sparrate in drei Szenarien.
  4. Aktualisieren Sie die Rechnung jährlich mit neuen Renteninformationen.

Rechnen Sie mehrere Varianten mit den verlinkten Werkzeugen durch und bewahren Sie die verwendeten Eingaben zusammen mit dem Ergebnis auf. So können Sie spätere Bescheide oder Abrechnungen nachvollziehen.

So prüfen Sie den Rechts- und Datenstand

Eine belastbare Rechnung beginnt mit der Vorschrift oder amtlichen Tabelle, die am maßgeblichen Stichtag gilt. Veröffentlichungsdatum, Inkrafttreten und Auszahlungszeitpunkt können auseinanderfallen. Das ist besonders bei Jahreswechseln, rückwirkenden Anpassungen und vorläufigen Zahlungen wichtig. Dieser Ratgeber gibt den Stand vom 13. September 2026 wieder. Prüfen Sie bei einer späteren Entscheidung, ob eine neue Fassung verkündet wurde. Eine Pressemitteilung oder ein Gesetzentwurf belegt noch keine geltende Regel.

Die folgenden Primärquellen tragen die verwendeten Regeln und Rechengrößen. Öffnen Sie bei einem Bescheid oder Vertrag zuerst die Quelle, die genau Ihren Zeitraum und Sachverhalt betrifft. Lesen Sie nicht nur einen einzelnen Betrag: Definition, Bemessungsgrundlage, Ausnahmen und Übergangsvorschriften entscheiden oft darüber, ob der Wert anwendbar ist.

So machen Sie aus dem Ergebnis eine belastbare Entscheidung

Notieren Sie zu jeder Eingabe, woher sie stammt: Abrechnung, Bescheid, Vertrag, Versicherungsverlauf, Kontoauszug oder amtliche Tabelle. Trennen Sie sichere Werte von Annahmen. Ein Bruttobetrag, ein steuerlicher Betrag und eine tatsächliche Auszahlung können ähnlich heißen, aber verschiedene Bemessungsgrundlagen sein. Verwenden Sie außerdem immer dasselbe Kalender- oder Leistungsjahr. Sonst verbinden Sie Grenzen und Sätze, die nie gemeinsam galten.

Prüfen Sie außerdem, für wen eine Zahl gilt. Einzelperson und Haushalt, Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Brutto und Netto sowie Bund und Land sind keine austauschbaren Ebenen. Ordnen Sie jeden Wert einer Person, einem Zeitraum und einer Rechtsgrundlage zu. Bei gestaffelten Grenzen muss klar sein, ob nur der übersteigende Teil oder der gesamte Betrag anders behandelt wird. Diese Zuordnung verhindert die häufigsten plausibel aussehenden Fehlrechnungen.

Rechnen Sie anschließend mindestens drei Fälle: den erwarteten Fall, eine ungünstige Abweichung und eine Alternative. Verändern Sie dabei jeweils nur eine Eingabe. So erkennen Sie, welcher Faktor das Ergebnis tatsächlich bewegt. Bei monatlichen Leistungen gehört zusätzlich ein Jahresvergleich dazu; bei langfristigen Entscheidungen sollten Sie nominale Eurobeträge und heutige Kaufkraft auseinanderhalten.

Diese Rechner ergänzen den Ratgeber und bilden die wichtigsten Varianten getrennt ab:

Speichern Sie Ergebnis, Eingaben, Rechenjahr und Abrufdatum gemeinsam. Ein Rechner liefert eine nachvollziehbare Schätzung, aber keinen Verwaltungsakt und keine verbindliche Vertragsauslegung. Weicht ein amtlicher Bescheid ab, vergleichen Sie zuerst Bemessungszeitraum, Rundungsregel, Freibeträge und Sondertatbestände. Benennen Sie bei einer Rückfrage genau die erste abweichende Rechenzeile. Damit lässt sich ein Fehler wesentlich schneller klären als mit einem bloßen Vergleich der Endbeträge.

Häufige Fragen

Was ist eine Rentenlücke?
Die Differenz zwischen gewünschtem verfügbarem Ruhestandseinkommen und erwarteten Netto-Alterseinkünften.
Wie viel Kapital brauche ich?
Das hängt von Monatslücke, Bezugsdauer, Rendite, Inflation, Kosten, Steuern und gewünschtem Restkapital ab.
Soll man Brutto- oder Nettorente verwenden?
Für den Haushaltsbedarf ist die erwartete Netto-Rente nach Beiträgen und Steuern maßgeblich.
Wie wirkt Inflation?
Sie erhöht den nominalen Geldbetrag, der später für dieselbe heutige Kaufkraft benötigt wird.
Wie oft sollte man neu rechnen?
Mindestens jährlich und bei größeren Änderungen von Einkommen, Rentenauskunft, Familie oder Anlageplan.

Quellen & Rechtsgrundlagen

  • § 64 SGB VI – RentenformelBundesministerium der Justiz · geprüft am 12. September 2026Gesetzliche Berechnung der Monatsrente.
  • RenteninformationDeutsche Rentenversicherung · geprüft am 12. September 2026Inhalt und Einordnung der jährlichen Renteninformation.
  • VerbraucherpreisindexStatistisches Bundesamt · geprüft am 12. September 2026Amtliche Messung der Preisentwicklung und Inflation.
  • § 22 EStG – Besteuerung von RentenBundesministerium der Justiz · geprüft am 12. September 2026Steuerpflichtiger Anteil gesetzlicher Renten.
  • §§ 18, 20 InvStGBundesministerium der Justiz · geprüft am 12. September 2026
  • Basiszins vom 13.01.2026Bundesministerium der Finanzen · geprüft am 12. September 2026
  • §§ 20, 32d EStGBundesministerium der Justiz · geprüft am 12. September 2026

Dieser Ratgeber gibt den Rechtsstand zum angegebenen Datum wieder und ersetzt keine individuelle Beratung durch Steuerberater, Rechtsanwalt oder Rentenberater.

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